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Die Orientierungslosigkeit der Linken in der
Irak-Frage
Bemerkungen zum Beitrag von Prof. Norman Paech
in der „internationalen Konferenz zum 5.Jahrestag des Krieges
- Irak: Alternativen zu Krieg und Besatzung“.
Faleh Saleh
März 2008
Herr Prof. Norman Paech ist Völkerrechtsexperte und außenpolitischer
Sprecher der Fraktion der Linken. Er war einer der Sprecher
auf der o.g. Konferenz, die vom 07.-09.03.2008 in der Humbold
Universität stattfand.
In seinem wissenschaftlichen Beitrag zum Thema „Bilanz von
5 Jahren Besatzung“ am Samstag, den 08.03.2008, vertrat er
vor allem drei Aussagen:
„Die Mitglieder eines Parlaments, die zur Zeit einer Besatzung
gewählt werden, sind Marionetten.“
„Die Verfassung, die zur Zeit einer Besatzung geschrieben
wird, ist eine Marionettenverfassung und somit rechtwidrig.“
„Die Regierung, die zur Zeit einer Besatzung gebildet wird,
ist eine Marionettenregierung.“
Deshalb, meinte er, dass „der bewaffnete Widerstand gegen
solche Marionettenregierung legitim sei“.
Ausgehend von diesen Aussagen eines Wissenschaftlers wie
Herrn Prof. Paech und in Betracht der deutschen Geschichte
nach dem zweiten Weltkrieg dürften wir uns fragen, was er
damit meinte?
Meinte er mit diesen Aussagen etwa, dass:
Die Mitglieder des deutschen Parlaments und der Regierung,
die 1949 gewählt wurden, Marionetten waren? Die deutsche Verfassung
eine Marionettenverfassung sei?
Zu dieser Zeit befanden sich Armeen aus vier Nationen auf
deutschem Boden. Die bis heute gültige Verfassung entstand
unter der Präsenz dieser Mächte.
Da die Präsenz der fremden Armeen bis 1990 andauerte, sind
dann nicht auch, im Sinne des Herrn Prof. Peach alle Regierungen
bis zur Wiedervereinigung Marionetten gewesen.?
Nach der Logik des Herrn Prof. Paech wäre auch ein Widerstand
der Nazis nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs völlig legitim
gewesen, genau so wie jeder Angriff auf die Verfassung.
Mit seinem äußerst fragwürdigen Beitrag beleidigte Herr Prof.
Paech das Irakische und das Deutsche Volk gleichermaßen. Er
beleidigte sogar den Vorsitzender seiner eigenen Partei, denn
Herr Lafontaine war ein Parlamentsmitglied vor 1990. War er
etwa auch eine Marionette ?
Dürfen wir etwa Herrn Paech in der Zukunft als außenpolitischer
Sprecher der Fraktion der Linken (die ehemalige Marionetten)
nennen.
Zur irakischen Verfassung meinte er:
„Die irakische Verfassung ist westlich orientiert.
Der Irak kann nicht westlich orientiert regiert werden.“
Mit dieser Aussage stimmt Herr Prof. Paech mit den diktatorischen
Herrschern in den arabischen Länder überein. Sie meinen nämlich,
dass die Demokratie nicht gut für die arabischen Völker sei,
um so ihr eigenes Regime zu legitimieren. Eine Logik, der
sich Diktatoren aus aller Welt bedienen.
Mann muss zugeben, dass die irakische Verfassung in Punkten
wie Menschenrechte, Minderheitenschutz sowie Meinungsfreiheit
mit den westlichen Verfassungen vergleichbar ist.
Ist das ein Fehler?
Sollen die Iraker auf die guten Werte des Westens verzichten,
weil arabische Alleinherrscher und Herr Prof. Paech damit
nicht übereinstimmen sind?
Muss auf Demokratie und Meinungsfreiheit verzichtet, weil
sie westlich ist ?
„Die Demokratie und die Parlamente, meine Brüder, sind die
Religion der Ungläubigen und ihrer persönlichen Neigungen.
Die Demokratie zu billigen, bedeutet ihre Religion anzunehmen,
das heißt ihrer Glaubensgemeinschaft beizutreten und aus dem
Islam auszutreten.“
(Online-Magazin der „al-Qaida im Zweistromland“ „Dhurwat al-Sinam“
01. Februar 2005. VERFASSUNGSSCHUTZBERICHT BADEN-WÜRTTEMBERG
2005 ,Seite 22).
„Schaut Euch die Ungläubigen an, wie Sie morgen wählen gehen
und somit ihre fehlerhaften Gesetze über diejenigen von Allah
stellen. Sie alle haben nicht anderes als den Tot und die
ewige Qual im Höllenfeuer verdient.“
(Kommentar von einem anonymen Schreiber aus deutschsprachigen
islamistischen Internetforen über die Bundestagswahl am 18.
September 2005. VERFASSUNGSSCHUTZBERICHT BADEN-WÜRTTEMBERG
2005 ,Seite 18).
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