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Saddam und Al Qaeda
Das Verhältnis zwischen Al Qaeda und dem Saddamregime
Faleh Al Saadi
Saddam und der Islam
Die Baath-Partei kam durch einen
Militärputsch am 17.07.1968 an die Macht. Saddam wurde zunächst
Vizepräsident, war aber bereits der heimliche Machthaber.
Kurz nach dem Putsch begann die Baath Partei alle anderen
politischen Strömungen zu zerschlagen. Darunter auch islamische
Bewegungen (Sunnitische wie Schiitische ). Ihre Anhänger verschwanden
in den Kerkern oder wurden ermordet. Die religiösen Feste
der Schiiten wurden nach und nach verboten. Die Mitgliedschaft
in der schiitischen "Al Dawa"-Partei wurde per Gesetzt
mit dem Tod bestraft.
In den arabischen Ländern war der Islam erst nach der iranischen
Revolution Ende der siebziger Jahre als eine bedeutende politische
Alternative in Erscheinung getreten.
Saddam bekannte sich erst in den letzten Jahren seines Krieges
gegen Iran (1980 - 88) öffentlich zum Islam. Damit wollte
er der islamischen Welt und vor allem den Golfstaaten signalisieren,
dass auch er ein gläubiger Muslim wie die Iraner war.
Er
schrieb sich den Islam, im wahrsten Sinne des Wortes, auf
die Fahne und fügte während des Krieges gegen Kuwait dem Rot-Weiß-Schwarz
der irakischen Flagge die Worte الله أكبر
(Gott ist der Größte) hinzu. Doch Gotteshilfe blieb aus und
Saddam verlor beide Golfkriege. Zur Zeit des Embargos achtete
der angeschlagene Diktator genau darauf, dass seine "Islamisierung"
ihm nicht aus den Bahnen lief.
Religiöse Bewegungen wurden, wie schon zuvor massiv
bekämpft.
Den Islam benutze er nur so weit, wie er ihm für
seine Kriege dienstlich war.
Zur Zeit der Herrschaft Saddam Husseins gab es im Irak keine
religiöse Radikalisierung, wie in manchen anderen islamischen
und arabischen Ländern.
Der Einfluss der Geistlichen war schwach.
Frauen mussten z.B. den Hijab (Verschleierung)
nicht tragen. Dies war weder gesetzlich vorgeschrieben noch
gesellschaftlich notwendig.
Al Qaeda
Al Qaeda ist weder eine Partei noch eine Organisation.
Sie ist eine Idee. Ihre Anhänger glauben, dass "der Westen"
(Europa und die USA) sowie seine Helfershelfer in den islamischen
Ländern an allem übel der arabischen Welt Schuld sind. Daher
müssen sie mit allen Mitteln bekämpft werden.
Al Qaeda kann sich heutzutage in den arabischen
Ländern nicht gut organisieren, obwohl sie viele Sympathisanten
hat. Der Grund dafür ist einfach: Die Herrscher dieser Länder,
seien es nun Präsidenten, Diktatoren oder Könige, sehen in
Al-Qaeda eine Gefahr für ihre eigene Machtstellung. Der Druck,
den die USA auf diese Regierungen ausüben und die daraus folgende
Verfolgung, haben Al Qaeda geschwächt und ihre Ausweitung
gestoppt oder zumindest verlangsamt.
Al Qaeda besteht aus Gruppen, die weder zentral
agieren, noch organisiert sind. Sie sind verteilt in vielen
Ländern und haben unterschiedlichen Strukturen, Größen, Stärken
und Einfluss.
Bin Laden und sein Stellvertreter Al-Zawahiry sind in letzter
Zeit zu einer Art Propagandaorgan der Bewegung geworden. Ihr
Einfluss auf die Bewegung als eine Einheit ist gering. Al-Qaeda
ist zu dezentral organisiert als das Bin Laden tatsächlich
eine Befehlsgewalt hätte. In der Dezentralität liegt die Stärke,
wie auch die Schwäche der Bewegung. Koordinierte Aktionen
sind für eine so verzweigte Organisation nur schwer durchzuführen.
Andererseits ist die Zerschlagung eines so weit gefächerten
Gebilde fast unmöglich.
Die größten Al-Qaeda Gruppen befinden sich in Saudi Arabien
und Jemen. Eine schweigende und nicht geringe Anhängerschaft
findet man in allen anderen arabischen Ländern. Syrien ist
eine übergangstation und Ruhestätte. Al Qaeda wird dort geduldet,
solange man sie im Irak Krieg braucht. Die Terroristen im
Irak bilden eine Art "Schutzschild" für das angeschlagene
Regime. Solange die Bomben im Irak die amerikanischen Truppen
binden, kann Assad sich in Sicherheit wiegen, dass die USA
ihre Drohungen gegen sein Land nicht in die Tat umsetzen werden.
Dadurch ergibt sich in Syrien eine Situation in der Al-Qaeda
willkommen ist, solange sie im Interesse der Machthaber agiert.
Al Qaeda im Irak
Nach den Anschlägen vom 11.September wuchs die
Pulpolarität von Al-Qaeda und Bin Laden in den arabischen
Ländern sprunghaft an. Saddam sah in der Bewegung nun eine
direkte Konkurrenz zu seinem absoluten Machtanspruch.
Saddam konnte keinen anderen arabischen Führer neben sich
dulden. Am Anfang der Aktionen der Al Qaeda hatte Saddam ihn
durchaus als Konkurrenten betrachtet.
Ob sie im Irak von Saddam Hussein geduldet oder
unterstützt wurde, ist nicht leicht festzustellen.
Tatsache ist: Al Qaeda war in Irak aktiv als Saddam regierte.
Sie konnte ohne jegliche Einschränkung agieren. Ihre Aktionäre
haben viele Moscheen gebaut, die sie als Treffpunkte für Ihre
Aktivitäten benutzten. Saddam tolerierte die Bewegung, sah
er doch in ihr keine Gefahr für seine eigene Herrschaft.
So bauten sie, so wie in anderen islamischen Staaten, nach
und nach ein Netzwerk von Madressen (islamischen Theologie
Schulen) im ganzen Land auf. Hier begann man die durch das
Embargo der Vereinten Nationen fast völlig verarmte Bevölkerung
als Jihadis (religiöse Kämpfer) zu gewinnen.
Al Qaeda war finanziell in der Lage, die Informationen
und die Dienste, die sie braucht zu kaufen.
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B E M E R K U N G E N
Die Baath Partei
Ist Sie ist eine nationalistische Pan Arabische
Partei. Sie hatte den Irak von 1968 bis zum Einmarsch der
Amerikaner 2003 regiert. Ihr Ziel laut Verfassung ist die
Vereinigung aller arabischen Ländern. Ihr Motto ist die
Vereinigung, die Freiheit und den Sozialismus für die
arabischen Ländern. Sie hatte viele Anhänger in
dem Militär, insbesondere in Irak und in Syrien. Dies
hatte ihr ermöglicht, die Macht in Syrien durch einen
militärischen Putsch zu ergreifen. In Irak hatte sie
1963 gegen die Regierung Obrst Kasim geputscht und ca. 9 Monaten
den Irak regieren. Sie wurde durch das Militär abgelöst.
Sie konnte wie o.g. 1968 noch einmal putschen und an die Macht
kommen und bis zum Einmarsch der amerikanischen Armee 2003
an der Macht bleiben.
Die Wahabiiten
Eine der radikalisten islamischen Bewegungen.
Sie wurde im Jahre 1744 vom Islamgelernten Mohamed Abdul Wahab
in der arabischen Halbinsel (dem heutigen Saudi Arabia) gegründet.
Sie lieferte dem Gründer des heutigen Saudi Arabien ,
Mohamed Bin Saud die religiöse Legimitation für
seine politische Bewegung. Die Zusammenarbeit der beiden Herrn
war die Grundlage für die Entstehung des Saudi Arabien.
Die Wahabiten sehen sich als die echten Hüter des Islams,
die dem König die Legitimation liefern, als Hüter
der heiligen Stätte Mekka und Medina.
Ihr finanzieller Budget beträgt nach unbestätigten
Schätzungen ca. 20% der Einnahmen des Staates Saudi Arabien.
Jihadis
Die Jihadis sind die islamischen Gotteskämpfer.
Das Wort wird aus dem Wort Jihad abgeleitet.
Jihad hat in der deutschen Sprache kein Synonym.
Auf English kann man es mit „struggle“ übersetzen.
Madresse
Bedeutet in der arabischen Sprache Schule. Ursprünglich
waren die Einrichtungen als eine Art Universitäten gedacht.
In den Madressen lernen die Schüler verschieden Fächer,
wie Naturwissenschaften, Medizin und islamische Theologie.
Nach dem Zerfall der arabischen und islamischen Hochkulturen
schränkten sich die Madressen auf die Theologie. Die
islamischen Lehren redakaliseirten sich durch den Einfluss
der finanziell starken Bewegungen, wie die Wahabiiten. Viele
von ihnen sind heutzutage Brutstätte für islamischen
Jehadis.
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