iraqi cartoons

 

The Reality of Culture & Media in Iraq after April 9, 2003.

Report of: Writers without Borders

Das historische Erbe

 

Die Informationen, die Sie hier finden beziehen sich auf die Zeit vor der Zerstörung des Iraks durch Saddam- Politik und -Kriege.

 

Im Irak befinden sich ungefähr 10.000 archäologische Ausgrabungsstätten mit Resten einer langen Folge von immer fort wechselnden Zivilisationen, die bis weit in die Altsteinzeit vor mehr als 100.000 Jahren zurückreichen.

 

Die islamische Periode ist darunter die jüngste.
Die kulturelle Gestaltung des Landes war von Originalität und Kontinuität geprägt, was seinen Zivilisationen besondere Ausgewogenheit verlieh. Damit erklärt sich zum Teil warum gerade dieser Boden ein Herd wissenschaftlicher und künstlerischer Ausstrahlung war, die zur Entwicklung und zum Fortschritt vieler Länder der Welt beigetragen hat.
Der Irak war eine der ersten Regionen der Welt, in der die Basis für kulturelle und soziale Stabilität hergestellt wurde.

 

 

Vor 8.000 Jahren, im Neolithikum, wurden Dörfer gebaut, in denen der Mensch den Boden bestellen, Tiere züchten, Behausungen bauen, Stoffe weben, die Töpferei und sogar die Herstellung von Kunstgegenstände durch Malen oder Bildhauerei lernte. Jarmo in Chamchamel, im Bezirk Tamin, ist eine der ersten Siedlungen des Menschen.

 

Die ersten Funde

In Orten wie Hassouna, Um-Al-Dabbaghiya, Matara und Tel Al-Suwan wurden außergewöhnliche Funde ausgegraben, die heute Museen im In- und Ausland schmücken.

 

 

Vor fast 6.000 Jahren blühte die Al-Ubeid-Zivilisation im Süden und erstreckte sich bis zur Arabischen Halbinsel und dem Iran. Während der sogenannten Warka-Periode vor 5.200 Jahren entstand die Schrift in ikonographischer Form und entwickelte sich dann weiter zur Keilschrift. Die Periode von 4800 bis 4350 v. Chr. ist als die Zeit des »Anbeginns der Dynastie» bekannt, die drei Phasen umfasst, von denen jede durch außergewöhnliche künstlerische Errungenschaften gekennzeichnet ist, insbesondere was die Bildhauerei, Siegelanferligung und die Metallbearbeitung betrifft. Die Ausgrabungen des königlichen Friedhofs in der Stadt Ur im Süden geben uns eine Vorstellung von dem hohen Stand der Entwicklung der Kunst, die bis in das dritte Millenium v.Chr. reicht.

 

 

Wandzeichnungen, die fast 8.000 Jahre alt sind, wurden in Um AI-Dabbaghiya bei Hatra gefunden. Tel-Al-Suwan hat uns eine große Anzahl hervorragender kleiner Skulpturen hinterlassen. Bemerkenswert ist, dass der mesopotamische Mensch, der vor ungefähr 50.000 Jahren in der Shanidar-Höhle (bei Arbil) lebte, schon damals einen ausgeprägten Sinn für alles Schöne besass: er streute Blumen auf die Gräber der Toten; eine Entdeckung, die Archäologen an keinem anderem Ort der Welt machten.


Die Akkaden

Später zur Zeit der Akkaden (2371 -2143 v.Chr.) wurde das Land unter einer zentralen Herrschaft vereint und ein mächtiges Imperium, das erste in der Geschichte, gebildet. Die Akkaden waren die arabischen Pioniere: ihr Imperium umfasste den Iran, Anatolien und Syrien. Fast ein Jahrhundert nach den Akkaden machte das Land eine Rezession durch, infolge von Angriffen und Verwüstungen eines barbarischen Stammes, der aus dem Norden, von Iran aus vordrang. Bald darauf kamen die Sumerischen Herrscher und erneuerten das lokale Kulturwesen. Der bedeutendste unter ihnen war Gudes, der Herrscher von Lagash. In den Jahren von 2112-2004 v. Chr. wurde die Dritte Ur-Dynastie gegründet. Deren Könige, besonders die Gründer der Dynastie, Urnammo und Shulgi, waren bekannt für ihre Liebe zur Kunst und Literatur. Ihre Statuen aus Bronze sind uns erhalten geblieben; die abgebildeten Herrschergestalten tragen die gleichen Tongefässe, die beim Bauen benutzt wurden, und belegen so ihre Beteiligung am Aufbau des Landes.

 

Die Babylonier

Die Kette der kulturellen Entwicklung setzt sich fort. Die Zeit der alten Babylonier, 2004-1594 v. Chr., zeugt von großer Aktivität, was die Architektur, Bildhauerei, Siegelanfertigung und besonders die Literatur und die Wissenschaften betrifft. Auf dem Gebiet der Geometrie und der Mathematik haben die Babylonier Theorien formuliert, die viel später Euklid und Pythagoras zugeschrieben wurden.

Sie nutzten die Algebra-Form ein des ersten und zweiten Grades und schufen die Grundlagen der Logarithmen.


Am bedeutendsten waren vielleicht die für die Menschenrechte bestimmenden Gesetze, die in dem berühmten Hammurabi-Kodex klar formuliert wurden (1792-I750v. Chr.).

 

 

Die Assyrer

Die Assyrer, die im Norden des Landes ansässig waren, sprachen die gleiche Sprache wie die Akkaden und Babylonier und bedienten sich der gleichen Schrift - der Keilschrift. Geschichtlich betrachtet, hatten die Assyrer drei wichtige Entwicklungsphasen: die alte assyrische Periode, die mit der babylonischen Periode zusammenfiel, danach die Phase des Mittelalter und schließlich die Phase des Assyrischen Reichs von 910-612 v. Chr. Sie waren berühmt als Menschen, die schöne Bauwerke liebten und Sinn für politische Organisationen besassen: sie gründeten die mächtigen Imperien ihrer Zeit und erbauten große Städte wie Asur, Niniveh, Nimrud und Dur Sharrukin, deren Ruinen man heute in Museen der ganzen Welt bewundern kann.

 

Das neue babylonische Zeitalter

Auf die Assyrische Periode folgte das neue babylonische Zeitalter 612- 538 v. Chr., dessen überragender Herrscher der große Nebukadnezar war (604-562). Er war einmalig in seinen architektonischen und künstlerischen Errungenschaften und in seiner weisen politischen Führung; er hatte die Kraft und verstand, alle Aufstände, zu denen es in seinem riesigen Imperium kam - es umfasste auch Syrien und Palästina - niederzuwerfen.

Nach dem Fall, von Babylon kam das Land unter fremde Oberhoheit: die persischen Achaemeniden, die Griechen (Seleukiden) und andere kamen. Sie übernahmen das Kulturerbe des Landes, dessen Errungenschaften und Erfahrungen. Die Babylonier und Assyrer schufen viele Kunstwerke in Susa, Persepolis und Bazargaw.
Spuren ihres Einflusses findet man an den Backsteinbauten und den Skulpturen dieser Städte. Die Griechen übernahmen das Erbe der Babylonier in den Bereichen Mathematik, Astronomie, Medizin, Geometrie und Literatur.

 

 

Die Araber

 

Vor ungefähr zweitausend Jahren leisteten die Araber ihren Beitrag zur Architektur und zur Kunst in verschiedenen Orten im Norden, in Syrien, Jordanien und Südanatolien. Ihre großen Gebäude, Statuen und Metallarbeiten sind noch heute in einem Teil von Hatra zu sehen, wo sie ihre Namen in die herrlichen Werke eingravierten. Während der Hatra-Periode erbauten die Araber in Assur vier große Ewans, die noch immer den Namen ihres arabischen Architekten aufweisen. Zur Zeit der Hatra-Kultur, vor ihrem Niedergang 241 nach Chr., blühte die Kultur der Araber auch in Hira, im Inneren des Irak. Die Entwicklung Hiras dauerte bis zur islamischen Eroberung des Irak 632n.Chr.

 

Der Islam

Der aufkommende Islam löste in vielen Teilen der Welt grosse revolutionäre Veränderungen aus. Die Bevölkerung des Iraks setzte ihre kulturelle Entwicklung fort und hiess die neue, erhabene Botschaft willkommen. Sie nahm diese Botschaft an und entwickelten auf dieser Basis eine grosse Zivilisation, deren Aufstieg sogleich nach der Hedschra* des Propheten begann und in der Omaijaden-Periode 660-750n. Chr. sowie im Zeitalter der Abbasiden 750 -1258n. Chr. fortdauerte.
Unter Omar, dem zweiten Kalifen nach dem Propheten, wurden wichtige Städte errichtet, wie Kufa und Basrah. Zur Zeit der Omaijaden wurde die Stadt Wasit erbaut, die die zwei oben genannten Städte miteinander verband. Im Jahre 762. n. Chr., unter dem Abbasiden-Kalifen. Abu Jafer Al-Mansour wurde Bagdad errichtet. Ungefähr sechzig Jahre später, 836n. Chr. errichtete Al-Mutasim die Stadt Samarra. die gleichzeitig zur Metropole wurde.

 

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* Hijra = Hedschra - Übersiedlung Mohammeds von Mekka nach Medina (622 n.Chr.)

und Beginn der islamischen Zeitrechnung.

 

 

Bagdad Hauptsitz des Kalifats

Im Jahre 892 wurde Bagdad wieder der Hauptsitz des Kalifats und blieb das Zentrum der Staatsregierung bis zu deren Sturz, den die Mongolen unter ihrem Führer Hulago irn Jahre 1258 herbeiführten.
Die Zeit der Abbasidenherrschaft war eine goldene Zeit, eine Zeit des Fortschritts und Wohlstandes, der Wissenschaften und Schöpfungen, und all das entwickelte sich unter der Obhut der Kalifs. Für die Araber war es die Zeit der Medizin, Chemie, Geometrie. Mathematik, Astronomie und Poesie; alles blühte auf: die Araber waren die Größten der Welt.
Dunkelheit kam 1258 über das Land, als Hulago, ein Enkel des Dschingis Khan, Grauen und Verwüstung hinterließ. Im 16. Jahrhundert fiel der Irak an die Ottomanen, deren Herrschaft bis 1917 dauerte, als das Land britisches Mandatsgebiet wurde.
Eine Art politische Unabhängigkeit erlangte Irak erst im Jahre 1932. Unter gewaltigen Mühen musste sich die Bevölkerung von der jahrhundertlangen Rückständigkeit befreien. Ihre Errungenschaften und Erfolge sind wahrhaft bemerkenswert.

 

 

 

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