| Uruk
Eine der berühmtesten sumerischen Städten
des vorgeschichtlichen Irak, die seit 4000 v. Chr. bis zum
5. Jahrhundert. n. Chr. ununterbrochen bewohnt war. Uruk
hatte eine große Rolle während dieser langen
Periode in der irakischen Kultur gespielt.
Sie liegt etwa 30 km östlich von Samawa entfernt, lag
ehemals an einem Arm des Euphrat, bevor dieser seinen Lauf
soweit verlagerte, dass er nun fast 12km von dort vorüberfließt.
Uruk war eine Stadt, die Bedeutsames auf dem Gebiet der
Religion und Wissenschaft leistete. Das bezeugen auch Tausende
von Tontafeln, die in der Stadt gefunden wurden und bis
zu den Anfängen der Schrift - vor etwa 5000 Jahren
- an deren Erfindung Uruk Bedeutenden Anteil hatte, zurückreichen.
Die Stadt war auch der Mittelpunkt des Kultes
der Göttin Inanna bzw. Ischtar, die durch den Venusstern
symbolisiert wurde. Bei den Griechen und Römer war
Janna Aphrodite bzw. Venus, die genau dieselben Eigenschaften
wie Inanna hatten.
Uruk ist berühmt für seine Stadtmauer, die wie
die Keilschrifttexte bestätigen, vor 4700 Jahren von
sumerischen König Gilgamesh. dem Helden des nach ihm
benannten Epos, erbaut wurde. Spuren seiner runden, etwa
9.5km langen Stadtmauer, sind noch heute sichtbar.
Zu den bedeutendsten Überresten der Stadt zählt
die der Göttin Inanna-Ischtar geweihte Zikkurrat, die
sich auf einer quadratischen Plattform (60 x 60) 16m in
die Höhe erhebt und 4000 Jahre zurück in die Zeit
des Herrschers Ur-Nammu reicht. In der Nähe sind die
Ruinen eines Tempels, an dem es Wandverzierungen aus Tausenden
von farbigen Zapfen aus Ton gab.
Ein weiteres Ruinen heiligt u m ist der dem Himmelgott Anu
geweihte Tempel, der vor etwa 5000 Jahren aus Lehmziegeln
erbaut wurde. In der Nähe ist ein zweiter. Anu und
seiner Gemahlin Anu-Antitn geweihter Tempel, der etwas jüngeren
Datums ist und vor etwa 2200 Jahren zur Zeit der Seleukiden
errichtet wurde.
Ein Bauwerk noch jüngeren Datums ist ein aus Ziegeln
errichteter Tempel, dessen Fassade mit Bögen und Säulen
sowie dekorativem Ziegelwerk mit Tieren und geometrischen
Formen geschmückt ist. Es entstand um 110 n.Chr.
Stadt Ur
Wie Ausgrabungen beweisen, war Urdie führende
Stadt unter den vorgeschichtlichen sumerischen Städten
Mesopotamiens. Die Frühesten Wohnstätten reichen
etwa 6000 Jahre zurück, anschließend errang die
Stadt Bedeutung mit der Entwicklung der Dynastien, vor 4800
— 4300 Jahren, und erlebte ihre Blütezeit während
der 3. Dynastie von Ur vor über 4000 Jahren. Obwohl
die politische Führung später nach anderen babylonischen
und assyrischen Zentren verlegt wurde, gelang es der Stadt
doch, ihre Bedeutung zu bewahren, und die Könige betreuten
ihre Tempel und Einrichtungen auch weiterhin liebevoll.
Die Wahrzeichen der Stadt liegen innerhalb eines ausgedehnten
Areals, dessen besiedelter Teil 1200 x 700m rnass. Es wurde
von einer fast elliptischen Mauer aus Lehmziegeln umschlossen.
Das bedeutendste Bauwerk war die heilige Pyramide, die aus
allen bedeutenden Tempeln bestand, einschließlich
der prachtvollen Zikkurrat in drei Terrassen, die vorn Begründer
der 3. Dynastie von Ur (2124 — 2107 v.Chr.) erbaut
wurde. Die untere Terrasse mass 62.5 x 43 m. die dritte
Terrasse 20 x 11 m. Das gesamte Bauwerk war 17,25m hoch.
Der Lieblingsgott der Stadt Ur war Sin-(oder Nannar), der
Mondgott. Seun Heiligtum wurde in der Nähe der Zikkurrat
errichtet.
Ein weiteres berühmtes Gebäude ist der Palast
des Königs Shulgi, eines Sohnes des Ur-Nammu, im südlichen
Teil des Heiligen Bezirkes gelegen. Es hatte einen quadratischen
Grundriss. 55 x 55m, und wurde gewöhnlich Berghaus
genannt.
Östlich des Heiligen Bezirkes erstreckt sich eine ausgedehnte
Senke eine ehemals grosse Nekropole, die in die Zeit der
3. Dynastie vor 4500 Jahren zurückreicht. Diese Nekropole
enthielt etwa zweilausend Gräber, die einen wahren
Schatz an seltenen Gegenständen enthüllten und
die Ausstellungsräume vieler Museen, wie z. B. des
Irakischen Museums in Bagdad, des Nasiriya Museums, der
Britischen Museums, des Pennsylvania Museums usw. bereicherten.
Zu diesen Gegenständen gehören Musikinstrumente
(z.B. die »Lyra von Ur«), Gold- und Silber Verzierungen
und kostbarer Schmuck. Gleich daneben befand sich der alte
Friedhof der Könige und Prinzen der 3. Dynastie von
Ur, dessen Besonderheit schräge Dächer waren.
Unweit davon kann man durch ein ehemals besiedeltes Viertel
schlendern, das in die altbabylonische Zeit zurückreicht.
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Rekonstruktion eines Zikkurats

Goldenes Helm
des Königs
Mes-Kalam-Dug-Ur
( 2450 v. CH.)

Goldenes Diadem
Ur - 300 v. CH:

Vovit Vase
Uruk ( 3000 v. CH.)

Zikkurat - Ur

Dekorierte Steingefäss
Ur ( 3000 v.CH: )

Statue aus Nippur
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